Die praktische Anwendung der Bindungstheorie in pädagogisch-therapeutischen Berufsfeldern der frühen Kindheit

Zertifizierte Weiterbildung

Ein Kind sucht sich die Familie nicht aus, in die es hinein geboren wird. Da es aber in seiner Entwicklung von der Versorgung durch seine Umwelt abhängig ist, muss es sich an diese anpassen. Menschliche Neugeborene beherrschen dies perfekt. Bis zu ihrem 12. Monat werden sie an die Personen, von denen sie in ihrem unmittelbaren Umfeld versorgt werden, eine spezifische Bindung entwickeln. Die Qualität dieser Bindung hängt davon ab, wie gut oder wie unangemessen die Bezugspersonen auf die Signale der Kinder reagiert haben.
Die Bindungstheorie befasst sich mit den Auswirkungen frühkindlicher Beziehungserfahrungen auf die weitere Persönlichkeitsentwicklung. Wie entwickeln sich Kinder mit unterschiedlichen Bindungsqualitäten in außerfamiliären Kontexten? Was passiert, wenn es zu einer Trennung kommt? Warum suchen vernachlässigte oder misshandelte Kinder die Nähe ihrer Eltern, obwohl sie von diesen traumatisiert werden? Auf der Suche nach Antworten auf diese und andere Fragen entwickelte der britische Kinder- und Jugendpsychiater und Psychoanalytiker John Bowlby (1907 - 1990) die Bindungstheorie. Das Interesse an Bindungstheorie und Bindungsforschung hat in jüngster Zeit rasant zugenommen. Heute prägt diese Theorie mehr denn je Forschung und Praxis in Psychologie, Psychotherapie und Pädagogik.
Die „Zertifizierte Weiterbildung für die praktische Anwendung der Bindungstheorie in pädagogisch-therapeutischen Berufsfeldern der frühen Kindheit“ zielt darauf ab, bindungstheoretisches Grundlagenwissen und aktuelle Ergebnisse aus der Bindungsforschung anwendungsorientiert für die pädagogisch-therapeutische Arbeit zu vermitteln.
Das Themenspektrum bietet über die insgesamt sieben Kurse Grundlagenwissen zur theoretischen Verankerung der Bindungstheorie, zur Bindungsentwicklung von der frühen Kindheit bis zum Erwachsenenalter, zur altersspezifischen Diagnostik der verschiedenen Bindungsqualitäten sowie zur praktischen Anwendung der Bindungstheorie in professionellen pädagogisch-therapeutischen Kontexten.

Zielgruppen
Sämtliche Berufsgruppen die mit Kindern im Alter von 0-6 Jahren und ihren Familien arbeiten.

Ablauf
An der Veranstaltungsreihe kann man durchgehend – oder aber an einzelnen Kursen – teilnehmen.
Der Kurs "Grundlagen der Bindungstheorie für die pädagogische und therapeutische Arbeit“ ist jedoch verbindlich und Voraussetzung für den Besuch der weiteren Veranstaltungen dieser Weiterbildung.


Um das Zertifikat erhalten zu können, ist es weiterhin verpflichtend, vor Besuch des Kurses "Bindungsgeleitetes Vorgehen in beruflichen Kontexten der frühen Kindheit" alle weitere Veranstaltungen des Lehrgangs besucht zu haben. 

Anerkennung von Kursen / Zertifikat
Die Weiterbildung kann mit einem Zertifikat abgeschlossen werden. Zur Erlangung des Zertifikats können die Kurse innerhalb eine Zeitraums von drei Jahren besucht werden. Nach Vorlage aller Teilnahmebescheinigungen wird das Zertifikat erteilt.
Grundsätzlich können Veranstaltungen auch einzeln besucht werden – ohne an der Zertifizierung teilzunehmen. Voraussetzung dabei bleibt aber, dass man am Grundlagenkurs teigenommen hat. 
Am Kurs "Bindungsgeleitetes Vorgehen in frühen und professionellen Kontexten" kann man jedoch nur teilnehmen, wenn man alle weiteren Veranstaltungen des Lehrgangs zuvor besucht hat.

TERMINE

Kurs 2018-002 / Termin: 11.01.2018 - 12.01.2018
Kurs 2018-056 / Termin: 07.09.2018 - 08.09.2018
Kurs 2018-100 / Termin: 08.11.2018 - 09.11.2018
Grundlagen der Bindungstheorie für die pädagogische und therapeutische Arbeit 
(Pflichtkurs für sämtliche weitere Kurse) 
Kursleitung: Univ. Prof. Dr. Rüdiger Kißgen

  
Kurs 2018-031 / Termin: 04.05.2018
Beurteilung der Eltern-Kind-Interaktion in der Bindungsforschung: das Feinfühligkeitskonzept
Kursleitung: Univ. Prof. Dr. Rüdiger Kißgen


Kurs 2018-022 / Termin: 20.04.2018 - 21.04.2018
Videogestützte Intervention zur Verbesserung elterlicher Feinfühligkeit
Kursleitung: Dr. Jessica Carlitscheck / Dipl.-Heilpäd. Claudia Götz 


Kurs 2018-010 / Termin: 10.03.2018
Klinische Relevanz von Bindungstheorie und Bindungsforschung 
Kursleitung: Dipl.-Psych. Thomas Wörz  


Kurs 2018-066 / Termin: 18.09.2018
Diagnostik kindlicher Bindungsqualität im Vorschul- und frühen Schulalter: Das Geschichtenergänzungsverfahren (GEV-B) und dessen Anwendung in pädagogisch-therapeutischen Kontexten
Kursleitung: Prof. Dr. Gabriele Gloger-Tippelt

oder:
Kurs 2018-018 / Termin: 11.04.2018
Diagnostik kindlicher Bindungsqualität im Vorschul- und frühen Schulalter: Das Geschichtenergänzungsverfahren (GEV-B) und dessen Anwendung in pädagogisch-therapeutischen Kontexten
Kursleitung: Mathias Berg


Kurs 2018-004 / Termin: 26.02.2018
Der Übergang in außerfamiliäre Betreuungskontexte aus bindungstheoretischer Sicht: Theorie, Modell und Praxis
Kursleitung: Univ. Prof. Dr. Eva Hedervari-Heller


Kurs 2017-135 / Termin: 08.12.2017
Kurs 2018-090 / Termin: 11.10.2018
Bindungsgeleitetes Vorgehen in beruflichen Kontexten der frühen Kindheit
(Pflichtkurs am Ende des Lehrgangs)
Kursleitung: Univ. Prof. Dr. Rüdiger Kißgen


Konzeption
Univ. Prof. Dr. Rüdiger Kißgen
Dipl.-Pädagoge, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Professur für Entwicklungswissenschaft und Förderpädagogik (Inklusion), Universität Siegen