Praxis Eingewöhnung und Bindung (P E B) - Eingewöhnung in die Krippe und Kindertagespflege bindungstheoretisch gestalten

 

Zertifizierte Weiterbildung (4 Tage)

Der Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen geht einher mit dem steigenden Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal.

Wesentliche Merkmale einer hochwertigen Tagesbetreuung sind unter anderem die Aus-, Fort- und Weiterbildung des pädagogischen Fachpersonals. Nach dem Motto „Auf den Anfang kommt es an!“ sind hierbei die Art der Eingewöhnung und eine individuelle Betreuung der Kinder durch eine beständige pädagogische Bezugsperson zentral.

Seit Jahren wird die Bedeutung der Gestaltung des Übergangs aus der Familie in die Kita oder Kindertagespflege betont. Die bundesweite Praxis zeigt allerdings, dass die Qualifikation des pädagogischen Fachpersonals hinsichtlich der Eingewöhnungspraxis in vielen Fällen nicht ausreicht. Das vor 30 Jahren entwickelte und im In- und Ausland angewandte „Berliner Eingewöhnungsmodell“ stellt theoretisch fundiertes und praktisch erprobtes Wissen auf der Grundlage der Bindungstheorie zur Verfügung.

Durch empirische Daten einer im Jahr 2018 abgeschlossenen wissenschaftlichen Studie in Berlin (Hédervári-Heller et al. 2018) konnte die Legitimität dieses bindungstheoretisch geleiteten Modells bekräftigt werden.

Die vier Module zielen darauf ab, sich pädagogischer Grundkompetenzen bewusst zu werden, bindungstheoretische Grundlagen des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ zu vertiefen und die Umsetzung der Theorie in die Praxis zu vermitteln.

Übergreifende Themen wie z. B. Haltung, Vorstellungen über die Kindheit, Erziehungsstile und Bindung in der Kindheit und im Erwachsenenalter bereiten das Verständnis für Eingewöhnungsprozesse aus der Perspektive des Kindes, der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte vor. Der Aufbau des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ mit seinen einzelnen Schritten wird systematisch und mit Hilfe von dokumentierten Eingewöhnungsverläufen behandelt.

Zielgruppe(n)

Multiplikator*innen in der Aus-Fort- und Weiterbildung, Pädagogische Fachkräfte in Kitas und in der Kindertagpflegestelle und Interessent*innen aus anderen Berufsgruppen.  
Die Veranstaltungsreihe kann durchgehend oder aber an einzelnen Kurstagen besucht werden, mit oder ohne Zertifizierung.
Für die Zertifizierung ist eine durchgehende Teilnahme an allen vier Modulen notwendig.

Teilnehmer*innen, die das Grundlagenseminar der zertifizierten Weiterbildung „Die praktische Anwendung der Bindungstheorie in pädagogisch-therapeutischen Berufsfeldern der frühen Kindheit“ (Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Kißgen) absolviert haben, können in Absprache mit der Leiterin des Fortbildungszentrums das Modul 2 zur Bindungstheorie anerkannt bekommen.

Umgekehrt: Teilnehmer*innen, die die gesamte Weiterbildung „Praxis Eingewöhnung und Bindung“ besuchen, wird das  Modul „Übergang in außerfamiliäre Betreuungskontext aus bindungstheoretischer Sicht“ bei Prof. Kißgen nach Rücksprache anerkannt.

Module

1. Modul  13.03.2019   
Warum ein detailliertes Eingewöhnungsmodell?
Allgemeine Einführung mit Themen zur pädagogischen Haltung, zu Grundkompetenzen, zu Vorstellungen über die frühe Kindheit, zu Erziehungsstilen und zu psychoanalytischen Grundbegriffen

2. Modul 14.03.2019

Bindung in der frühen Kindheit, Bindung im Erwachsenenalter und Erzieher*innen-Kind Bindung
Bindungstheoretische Grundlagen und empirische Forschungsbefunde

3. Modul 01.04.2019
Übergang aus der Familie in die Kindertagesbetreuung
Das Berliner Eingewöhnungsmodell: theoretische Grundlagen und die fünf Phasen einer bindungstheoretisch orientierten Eingewöhnung

4. Modul  02.04.2019
Die praktische Umsetzung des Berliner Eingewöhnungsmodells: organisatorische Gestaltung, Rolle und Funktion der Bezugspädagog*in, Vorbereitung der Eltern
Praxistransfer: Reflexion der eigenen Praxis

Kurspreis pro Modul
Frühbucher-Rabatt bis 13.02.2019: 160,00 Euro
Kurspreis ab 14.02.2019: pro Modul 180,00 Euro

Kurspreis 4 Module, incl. Zertifizierung
Frühbucher-Rabatt bis 13.02.2019: 600,00 Euro 
Kurspreis ab 14.02.2019: 4 Module 650,00 Euro

Leitung: Prof. Dr. phil. Éva Hédervári-Heller

Gastprofessorin an der Internationalen Psychoanalytic University Berlin (IPU), Lehrerin, Diplompädagogin, Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Eltern-Säuglings/Kleinkind-Psychotherapeutin sowie Supervisorin.
Gründungsmitglied von „INFANS“ und Mitautorin des „Berliner Eingewöhnungsmodells“.
Ihr Forschungsschwerpunkt und ihre Dozententätigkeit basiert auf der Verbindung von Theorie und Praxis mit Schwerpunkt auf der Bindungstheorie in der frühen Kindheit und im Erwachsenenalter sowie auf psychoanalytische Entwicklungstheorien.